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Lerne von deinen Fehlern

Ich liebe es darüber zu reden, weil ich denke es könnte anderen in der gleichen Situation helfen. Wie dem auch sei, jeder muss mal scheitern, also haben Sie keine Angst davor.

In den letzten 10 Jahren habe ich viele Fehler bezüglich meiner Arbeit gemacht und auch im privaten leben. Aber ich werde niemanden wegen meinem persönlichen Kram belasten.

Wir sind in den letzten 10 Jahren konstant gewachsen und alle Fehler waren unterschiedlich. Sie waren unterschiedlich in der Auswirkung, Größe, und Verlusten. Jedes Scheitern hat mich irgendwie getroffen.

Ich werde meine kürzlichen Misserfolge erzählen und dabei keine Namen verwenden, aber Sie können ein paar ehrliche Geschichten erwarten. Behalten Sie im Hinterkopf, dass mindestens 50% der Fehler bei mir lagen, wenn es gescheitert sind. 

Nummer 1. - Gentleman's Agreement

Fangen wir mit dem an was mich am meisten getroffen hat. Die Situation war ein wenig kompliziert. Wir hatten die Chance für ein großes Unternehmen zu arbeiten. Eine Web-Entwicklung, Onlinemarketing und ein paar Nebenprojekte zu starten. Ich persönlich kenne den Besitzer seit einer langen Zeit und in diese Situation, ich dachte, ein “Gentleman's Agreement” sei wichtiger als ein Standardvertrag, ich lag falsch.

Wir einigten uns bei diesem Job auf ein paar Brandings und Logodesigns. Es war ein Nebenjob. Wir haben uns darauf geeinigt für die Arbeit 400€ zu verlangen (lachen Sie nicht bei diesem Preis, es war ein echt kleiner Nebenjob). Es war bei einem Treffen vereinbart worden und das war das Problem. Das war der erst Fehler. Wir haben keine Verträge oder Aufträge versendet und abgeschlossen, bitte tun Sie so etwas niemals.

Ja klar, ich stimmte zu. Aber… wie soll ich sagen, ich war geschockt.... Wir kennen uns, wir stimmten zu, sie liebten unsere Arbeit… dann passierte etwas. Sie stellten die Arbeit mit uns ein.

Natürlich, ich brauch nicht erwähnen, dass sie auch das digitale Marketing-Projekt beendet haben. Ich hatte gehofft, dass wir weiter am digitalen Marketing arbeiten könnten, worüber wir wochenlang verhandelt hatten. Wir wollten diesen Job aus zwei Gründen. Ersten, es ist ein großes Unternehmen und wir hatten eine Menge Ideen und wir wollten diese Gelegenheit nutzen unsere Kreativität zu zeigen. Zweitens, hatten sie keine Ahnung von digitalem Marketing und sie haben falsche Sachen mit falschen Leuten gemacht und dabei wollten wir helfen.

Nur ein Beispiel. Das Facebook-Budget für tägliche Ausgaben lag bei einem Euro. Nein…, ich habe keinen Fehler gemacht. Einen Euro. Der interne Marketing Berater sagte sie bräuchten keine Werbung mit Google AdWord, weil sie keine Textanzeigen bräuchten, sie bräuchten Bilder-Anzeigen. Also sie hatten gar keine Ahnung.


Als es passierte, fühlte ich mich betrogen. Ich hatte sogar keinen Schlaf gefunden, weil ich meine Gedanken nicht abschalten konnte. Ich teilte meine Gedanken mit meiner Frau, sprach mit meinem Team über die ganze Situation und wir lernten aus der Sache. Wir haben uns auf ein paar Eckpunkte geeinigt wo wir in Zukunft anders handeln werden.

Ich werde immer noch emotional wenn ich darüber rede, aber es ist vorbei. Das war das Scheitern welches uns viel stärker gemacht hat.

Nummer 2 - vertraue in deinen Mut

Wir fingen an, in einem E-Commerce-Store zu arbeiten. Diesmal hatten wir auch einen Vertrag und ein Angebot. (und standen fast am Ende). 
 
Wir haben den Design-Teil fertiggestellt und am Ende ein paar UX-Verbesserungen vorgenommen. Wir haben mit der Kontaktperson des Kunden kommuniziert, die von Anfang an dabei war. Alle waren mit dem Design zufrieden, bis ich einen Anruf von der Kontaktperson des Kunden erhielt, der besagte, dass der Kunde einen anderen schönen E-Commerce-Store sah und dass nun seiner ähnlich sein sollte. 

Ich weiß nicht, was ich tun soll, aber dann wurde mir klar, dass der Kunde den Entwicklungsprozess nicht bewältigen kann, und ich hatte das Gefühl, dass es sehr schwierig sein wird, dieses Projekt abzuschließen. Ich sagte dem Kunden, dass aufgrund der schlechten Kommunikation und der Unzufriedenheit des Designs, ich bereit wäre ihm das gesamte Geld zurückzuzahlen und er eine neue Agentur suchen sollte. 
Daraufhin bestand der er darauf, weiter zusammen zu arbeiten. Ich akzeptierte, was ich nicht hätte tun dürfen. 

Wir hatten sehr viel Ärger, weil wir die Informationen nicht rechtzeitig bekamen, die wir benötigten und deshalb das Projekt zwischenzeitlich auf Eis legen mussten. Dann waren sie deshalb unglücklich. Sie haben uns sogar mit rechtlichen Schritten gedroht und einen Anwalt hinzugezogen. Der Kunde wurde unhöflich zu meinem Projektmanager, dann musste ich den Projektmanager wechseln. Danach musste eine dritte Person das Produkt alleine hochladen. Wir haben einen Import für sie gemacht, den sie nicht genutzt haben …  also viel Kampf, wir wurden wie durch ein Wunder fertig und dann sagten sie uns, dass sie uns für eine andere Agentur wechseln werden. 

Ich war glücklich, weil der Kunde problematisch war und ich denke, dass er unsere Arbeit nicht schätzte. Ich war aber auch traurig, weil wir trotz Abschluss des Projektes, am Ende den Kunden verloren haben. 
 
Ich habe ein paar Fehler gemacht. Der Erste war, dass wir weiter für den Kunden gearbeitet haben, als ich das Gefühl hatte, dass wir hätten aufhören müssen. Ich denke, wir hatten eine schlechte Kommunikation, was wir nach einem Rückblick erkannt und daraus gelernt haben. Die positive Seite der ganzen Geschichte ist, dass wir einen Vertrag und ein Angebot hatten. Es hat uns geholfen, für den Job den wir gemacht haben bezahlt zu werden und die Drohung mit dem Anwalt, war nur leeres Gerede. 

Nummer 3. - Lerne zu schätzen

Oh ja. Ich könnte den ganzen Tag über schlechte Wertschätzung reden. Aber es gibt Hoffnung oder zumindest Hoffe ich dass es Hoffnung gibt. :)

Bei diesem speziellen Projekt handelt es sich um einen neuen Drupal Commerce 2.x-Store. Unter Drupal 7 war es einfach, wir kenne jeden kleinen Teil des Codes, wir wissen, was schief gehen könnte, wir wissen relativ gut, um die Aufgaben einzuschätzen.

Dann entschieden wir uns für Drupal 8 und natürlich nachdem Commerce-Jungs die 2.x DC-Version angekündigt hatten, wussten wir, dass wir umsteigen müssen.

Wir wussten, dass wir in das Projekt investieren müssen, wir wissen, dass es unbekannte Dinge geben wird. Wir haben fast doppelt so viel Zeit berechnet, wir wussten, dass wir investieren und neue Dinge entwickeln müssen. Aber …

Am Ende brauchten wir mehr Zeit als erwartet (fast doppelt so viel), diese Phase nannten wir Investitionsphase oder auch Drupal-8-Übergangsphase. Es war also eine Investition, Dinge erledigen zu lassen und die Entwicklungszeit zukünftiger Projekte zu verkürzen.

Aber das eigentliche Problem liegt wieder in der Kommunikation.

Das ist natürlich, dass der Kunde das Beste für sein Geld will. Ich könnte es verstehen. Es ist “natürlich”, dass wir zufriedene Kunden haben wollen und in fast jedem Projekt wollen wir etwas extra Hinzufügen. Aber manchmal geht es auch schief auch wenn Sie glauben, dass Sie Ihr Bestes geben.

In diesem Fall war das Problem die Zeit. Wir brauchten mehr Zeit wegen Drupal 8. Wir haben uns beim Kunden gemeldet, wollten ihn aber auch entschädigen. Als der Kunde nach der ersten Kleinigkeit fragte die nicht auf dem Angebot stand, haben wir es gemacht. Als der Kunde uns ein schlechte CSV-Tabelle für den Import gab, haben wir diese korrigiert. Dann haben wir ein Neue bekommen, die wir ebenfalls gemacht haben.

Danach haben wir zwei neue Fehler gemacht. Wir haben eine Funktion weggelassen, die auf dem Angebot stand und neue Funktion akzeptiert derweil das Projekt noch nicht abgeschlossen war. Die Tage vergingen und wir konnten das Projekt nicht beenden. Bis zum Ende haben wir die Entwicklungszeit verdoppelt.

Nun ist das Projekt abgeschlossen und wir haben auch viel gelernt. Am Ende haben wir einen zufriedenen Kunden. Wir freuen uns auch, dass wir für zukünftige Drupal-Commerce-Projekte vorbereitet sind. Wir haben die Fehler im Projektmanagement analysiert und unsere Fähigkeiten verbessert.

Der beste Vorschlag, den ich mit Ihnen teilen könnte, ist, wenn Sie können, kein Projekt mit festem Budget zu akzeptieren, da die meisten Kunden das Gesamtbild und ihre genauen Bedürfnisse nicht kennen, wenn sie über ein Projekt verhandeln. Meine Meinung nach ist es viel besser, pünktlich und kostenorientiert zu arbeiten. 
 

Nummer 4 - Du brauchst keine schlechten Menschen in deinem Team

 

Es ist oft unangenehm darüber zu sprechen, aber lasst uns ehrlich sein. Du brauchst keine schlechten, unmotivierte Menschen in deinem Team. Es kann viel kaputt machen. Es ist schwer einen talentierten Entwickler zu finden, aber du brauchst nicht diejenigen behalten, wo du denkst, dass sie nicht ins Team passen.

Wir haben ein ungeschriebenes Gesetzt. Wenn Ich oder mein Co-Gründer denken das jemand nicht genug in sich selbst investiert oder nach einigen Monaten keine einfachen Aufgaben selbstständig erledigen kann, oder einer von uns denkt das die Person nicht gut sein wird, feuer ihn.

Es ist nie eine einfach Aufgabe, aber kein Unternehmen kann es sich leisten schlechte Menschen in ihrem Team zu haben, weil es sie auf dem Weg zum Erfolg bremst.

Mein Rat für Sie ist, wenn ein führender Manager oder ein alter Entwickler denkt, dass der neue nicht ins Team passen wird, dann feuern Sie ihn bevor es zuspät ist.

Ich hab einige male den Fehler gemacht. Mein persönliches Problem ist, dass ich an Menschen glaube. Ich gebe ihnen Zeit, gib ihnen alle erdenkliche Hilfe um ins Team zu passen, aber in den letzten 10 Jahren gab es nicht ein einziges Mal, dass sich eine Person geändert hat oder sich meine Meinung geändert hat wenn ich dachte, dass wir ihn nicht behalten möchten.
 

 

Abschließende Worte :)
Hab keine Angst vor Fehler, Fehler passieren von Zeit zu Zeit. Das einzig Wichtige ist, aus ihnen zu lernen.
 

Author:
Andor Koza